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Kurzer Abriss der Geschichte
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Am
19. Dezember 1833 gründeten zwölf Naturfreunde aus dem Dresdner
Bürgertum einen "Verein zur Beförderung der Naturkunde".
Ärzte, Apotheker, Beamte, freie Künstler und ein Student fanden
sich in ihrer Liebe zur Natur und im Bewusstsein ihrer Verantwortung
für
die Erkenntnisse und Erhaltung der Natur zusammen, etwa 50 Jahre später
als vergleichbare Organisationen in vielen anderen deutschen Städten
entstanden waren. Die neue Gesellschaft nannte sich mit Zustimmung des
Sächsischen Ministeriums für Volksbildung seit 1835 "ISIS"
in Anlehnung an die weltbezogene Göttin des Altertums, jedoch nicht
auf ägyptologische Forschungen verweisend. "ISIS" stand
jedem naturwissenschaftlich Interessierten offen, Akademikern wie Laien
gleichermaßen, der bereit war, zum geistigen, wissenschaftlich
orientierten Leben der Gesellschaft beizutragen. Damit unterschied sie
sich von Beginn
an von den in Dresden bereits bestehenden Gesellschaften mit naturkundlicher
Ausrichtung, die jedoch dem akademisch gebildeten Adel und höheren
Bürgertum vorbehalten waren. Im Mittelpunkt der Bemühungen
der ISIS-Mitglieder stand und steht noch heute die naturwissenschaftliche
Forschung und Erkundung Sachsens. Eine Besonderheit der Sitzungen der
ISIS seit ihrer Gründung sind die sogenannten "Vorweisungen":
Naturobjekte, wie Mineralien, Fossilien, Pflanzen, Tiere, wurden vorgelegt,
um die damit verbundenen Erkenntnisse und Forschungsfelder einem Personenkreis
unterschiedlicher Bildung exemplarisch näher zu bringen.
1844 wurden fachbezogene Sektionen gegründet: für Botanik,
Zoologie, Geologie und Mineralogie. Später kamen Mathematik, Physik,
Chemie und Vorgeschichte als Nachbarwissenschaften hinzu. Ergebnisse der
gemeinsamen Sitzungen, in denen fachübergreifende Diskussionen geführt
wurden, fanden in Zeitschriften und Sitzungsberichten Niederschlag.
Viele bedeutende Persönlichkeiten des sächsischen Wissenschafts-
und Kulturlebens waren Mitglieder der ISIS,
unter ihnen:
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Carl Gustav Carus
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Gustav Anton Zeuner
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Ludwig Reichenbach
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Oscar Drude
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Bernhard von Lindenau
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Walther Hempel
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Hanns Bruno Geinitz
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Friedrich Wilhelm Märkel
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Hans Prescher
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Werner Coblenz
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Zu den Ehrenmitgliedern zählten Rudolf
Virchow, Hermann Credner und Ernst Abbe.
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ISIS
widerstand der Gleichschaltungspolitik der Nationalsozialisten bis 1939.
1945 verbrannten fast alle Unterlagen. Die berühmt gewordene, knapp
14000 Bände umfassende ISIS-Bibliothek, seit den zwanziger Jahren
der Sächsischen Landesbibliothek übereignet, blieb jedoch erhalten.
Trotz der Bemühungen des letzten Vorkriegs-Präsidenten, Prof.
R. Zaunik, durfte die Arbeit der ISIS nach 1945 nicht fortgeführt
werden.
Erst am 21. September 1990 wurde die traditionsreiche Gesellschaft
wiederbegründet. Erster Präsident der neuen ISIS wurde Prof.
Dr. Werner Coblenz; ihm folgte Prof. Dr. Harald Walther, der seit 1996
die Gesellschaft leitete und das Profil bis 2004 prägte.
Gemäß dem Statut der Gesellschaft wurde im Januar 2004 ein
neuer Vorstand gewählt und Frau Dr. Lydia Icke-Schwalbe übernahm
die Präsidentschaft.
Neugründung der ISIS Dresden im Kabinett des Ständehauses
1990, Augustus Str.1,
v.l.n.r. stehend die Herren Professores und/oder Doktores: Meyer, P. Schmidt,
Hertel, Spanowski,
W. Schmidt, Bastian; sitzend: Prescher, Coblenz, Walther
(Foto: F. Höhler)
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Was will die moderne ISIS?
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Gemäß ihrer Tradition betrachtet sich die Naturwissenschaftliche
Gesellschaft ISIS Dresden e.V. als kompetentes Forum für die Pflege
interdisziplinärer Arbeit in den Naturwissenschaften sowie als Kommunikationszentrum
für naturwissenschaftlich orientierte Institutionen in Öffentlichkeit
und Politik. In einer Zeit höchster wissenschaftlicher Spezialisierungen
wird das immer aktuelle Ziel fachübergreifender Diskussion und daraus
entspringender Gemeinsamkeiten angestrebt. Die ISIS versteht sich in diesem
Sinne als Anregungs- und Austauschzentrum mit breitgefächerten Vortragsangeboten.
Dafür steht die symbolisierte Göttin Isis, die seit 1990 als
Signet der Gesellschaft fungiert (Entwurf Elvi Schmidt, Kunsterzieherin),
da die alten Vorlagen vernichtet waren.
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Wie arbeitet die ISIS?
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Im
Zentrum der Arbeit stehen die monatlichen öffentlichen Sitzungen.
Sie beginnen nach Wunsch mit den Vorweisungen, die jedes Mitglied einbringen
kann. Im Hauptteil werden sie mit einem festgelegten Fachvortrag und anschließender
Diskussion fortgesetzt.
Die jährliche Exkursion beinhaltet geologische, botanische, zoologische,
vorgeschichtliche, landeskulturelle u.a. Themen in einer ausgewählten
Region. Ein speziellvorbereiteter Exkursionsführer begleitet die
Teilnehmer, erfasst die Besonderheiten und charakterisiert das jeweilige
Gebiet.
In Jahresbänden werden die "Sitzungsberichte und Abhandlungen
der ISIS" als neue Folge seit der Wiedergründung herausgegeben.
Darüber hinaus werden unregelmäßig stattfindende, interdisziplinäre
Sonderveranstaltungen in Sonderbänden publiziert.
Seit ihrer Wiedergründung hat die Gesellschaft in den Staatlichen
Museen für Mineralogie und Geologie bzw. im Staatlichen Museum für
Tierkunde, den heutigen Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen
Dresden Unterkunft und Unterstützung erhalten. Zwischenzeitlich
fand
sie freundliche Aufnahme im Zoologischen Garten, in dessen
Vortragssaal die öffentlichen Sitzungen stattfinden konnten.
Inzwischen hat sich eine sehr fruchtbare Kooperation mit dem Deutschen
Hygienemuseum Dresden etabliert, in dessen Räumlichkeiten die öffentlichen
Sitzungen derzeit stattfinden können.
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Programm
1. Halbjahr 2012
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Die öffentlichen
Sitzungen von ISIS Dresden e.V.
werden im Seminarraum 3 des Deutschen
Hygienemuseums,Lingnerplatz 1 (linker Seiteneingang)
durchgeführt.
Beginn jeweils 18.00 Uhr.
Vorweisungen und Ansagen bitte beim Vorstand anmelden.
Gäste sind zu allen öffentlichen Sitzungen herzlich willkommen,
Unkostenbeitrag: 1,-- EUR
2012
19. 1. 2012 - JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG der Mitglieder
19.00 Uhr: VORTRAG
von Frau Dr. LYDIA ICKE-SCHWALBE:
Industrialisierung versus Waldwirtschaft – moderne Leiden in den Dschungels
von Gondwana-Land, Indien.
16. 2. 2012 - 180. ÖFFENTLICHE SITZUNG
Vortrag von Herrn Dr. JÜRGEN GÖTZ, Sächs. Staatsministerium
f. Umwelt u.Landwirtschaft Dresden: Der Unfall im Kernkraftwerk Fukushima – Ablauf
und Schlussfolgerungen.
15. 3. 2012 - 181. ÖFFENTLICHE SITZUNG
Vortrag von Frau KATRIN SCHNIEBS, Senckenberg-Museum
für Tierkunde Dresden:
Hilfsmittel DNS für neue Erkenntnisse
zur Systematik und Taxonomie paläarktischer Schlammschnecken.
Lesung von Herrn Markward Fischer: Patricia Highsmith,
Der Schneckenforscher
19. 4. 2012 - 182. ÖFFENTLICHE SITZUNG, in Kooperation
mit DHM Dresden im Marta-Fraenkel-Saal:
Vortrag von Herrn Prof. Dr. MICHAEL GÖTTFERT, Institut für
Genetik der TU Dresden: Gentechnologie bei Lebensmitteln aus der Sicht
eines Genetikers.
24. 5. 2012 - 183. ÖFFENTLICHE SITZUNG
Vortrag von Herrn Dr. JAN-MICHAEL LANGE, SENCKENBERG – Museum für
Mineralogie und Geologie Dresden:
Geologie der Natursteine in Sachsen.
Entstehung, Vorkommen, Anwendung
23. 6. 2012 - JAHRESEXKURSION der ISIS:
„Sächsisches Vogtland“– Geologische
Formationen, Mineralquellen und Wasserwirtschaft, Kulturgeschichte, Ökologie/
Botanik (vor Ort)
Beratung: Herr Kaden / Herr Dr. Lange; Herr Prof. Dr.
Uhlig (Brückenbau) - (MEHR
INFORMATIONEN? Bitte hier klicken! PDF-Datei)
Die Jahresexkursion beginnt um
7.00 Uhr am Dresdner Hauptbahnhof, Südseite (Treffen 6.45 Uhr) und
endet dort spätestens 20.00 Uhr.
Die Teilnehmergebühren betragen für Mitglieder 25 € und
30 € für Nichtmitglieder.
Der ausführliche Exkursionsführer kann während der Exkursion
gegen 5 € erworben werden.
Es wird angemessene Exkursionskleidung
und selbstständige
Rucksackverpflegung vorausgesetzt.
Das Programm sieht folgende Exkursionspunkte vor:
Göltzschtalbrücke
Liegende Falte und Alaunwerk bei Mühlwand
Talsperre Pöhl
Spitzkegelhalden Zobes-Mechelgrün
Der Bergener Granit und sein Einfluß auf die Landschaftsform
Hoher Stein Quarzit
Hochmoor Grünheide
Historische Eisenmetallurgie und
Pechsieden an der Pyra
Schneckenstein
(MEHR INFORMATIONEN?
Bitte hier klicken! PDF-Datei)
Voraussichtliche weitere Termine in 2012:
20.9.; 18.10.; 15.11.; 20.12.
Aus Datenschutzgründen werden unsere Kontodaten nicht mehr im
Internet veröffentlicht.
Erfragen Sie unsere Bankverbindung bitte über den Schatzmeister:
Dr. Friedrich Ditsch, E-Mail: friedrich.ditsch [at] tu-dresden.de
Fon: +49 (0) 351 / 463 - 3 41 50
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Publikationsreihen der ISIS
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1846 bis 1859 "Allgemeine deutsche Naturhistorische Zeitschrift"
1860 "Denkschrift der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft
ISIS zu Dresden"
1861 bis 1880 "Sitzungsberichte der Naturwissenschaftlichen
Gesellschaft ISIS zu Dresden"
ab 1881 "Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturwissenschaftlichen
Gesellschaft ISIS zu Dresden"
zuletzt erschienen:
Der Plauensche Grund (ed. Dr. Lutz Kunzmann und Franziska Müllerbuchhof). Juni 2007:
Tagebau Vereinigtes Schleenhain und "Tertiärwald" von Cospuden (ed. Prof. Harald Walther) Oktober 2007
Sitzungsberichte und Abhandlungen, Jg. 2004-2005. Dresden/Bautzen 2006
Sitzungsberichte und Abhandlungen, Jg. 1997 bis 2003. Dresden 2004
Exkursionsführer: Nördliche Oberlausitz und Südliche
Niederlausitz. 12. Juni 2004
Sonderheft: Mensch und Naturwissenschaft. Tagung am 18. November 2000.
Dresden 2001
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